Sommerlager 2019

Foto: Privat

Der Zaubergorg und der Stein der Weisen

Als der Hogwarts Express vom Gleis 9 ¾ in Millrath in den frühen Morgenstunden abfuhr, war die Aufregung noch groß, während fleißige Kinderarme den immer kleiner werdenden Eltern winkten. Doch schon nach einigen Meilen legte sich langsam schläfrige Stille über den gesamten Zug, bis nur noch vereinzelt Gemurmel zu hören war. Jeder der Schüler hatte bereits vor Tagen den lang ersehnten Brief aus der berühmten Schule für Hexerei und Zauberei  erhalten und träumte nun davon ein großartiger Vertreter seiner Zunft zu werden.

Bereits wenige Stunden später standen die jungen Hexen und Zauberer auf den grünen Auen von Almke und sahen sich der ersten Herausforderung gegenüber: Dem Errichten der eigenen Schlafstätte. Kaum waren alle Zelte aufgebaut und das Gepäck verstaut, erklang auch schon die Schulglocke, um alle Jahrgänge in der großen Halle zu versammeln. Nun stand ein wichtiger Teil mit langer Tradition an: Das Verteilen der Schüler auf die 4 Häuser. Mit lauter und deutlicher Stimme sandte der sprechende Hut diejenigen, denen er aufgesetzt wurde, in die Obhut des Hauses, das am besten zu ihrem Charakter und ihren Fähigkeiten passte. Nachdem auch der letzte Neuling ein neues Zuhause gefunden hatte, konnte das große Speisen beginnen. Wohlgesättigt ging es im Anschluss für alle außer die armen Hauselfen, die nun fleißig Töpfe schrubben mussten, in das schwarze Gemeinschaftszelt um den Abend in gemütlicher Stimmung mit Gesang ausklingen zu lassen.

Die folgenden Tage sollten wie im Flug vergehen, doch um dem wissbegierigen Leser einen kleinen Einblick zu gewähren sind im Folgenden ein paar Zeilen aus diesen freudvollen Zeiten überliefert:

So galt es zunächst für jeden der Schüler einen passenden Zauberstab zu finden, denn das Zusammenspiel aus Zauberstab und Hexe oder Zauberer birgt seine ganze eigene Magie. Frohen Mutes stapften deshalb die Hauslehrer mit ihren neugewonnen Schützlingen los um zwischen den Bäumen des verbotenen Waldes geeignete Hölzer aufzulesen. Zurück in den sicheren Mauern Hogwarts begann nun der langwierige Prozess des Zauberstabmachens, bis auch der Letzte einen mit Feenstaub, Grünotternhaut oder Zyklopenbrauen gefüllten Rundstab in den Händen hielt. 

Nachdem sich nun ausgiebig mit Zauberstandkunde beschäftigt worden war, stand nun als nächstes das Lehrfach „Zaubertränke“ auf dem Stundenplan. Doch bevor der Unterricht beginnen konnte galt es eine erschreckende Botschaft zu verkünden: Der Stein der Weisen, der dem Schutz des Schlosses diente, war von einem Tunichgut entwendet worden. Anschließend wurde unter den wachsamen Augen von Professor Snape aus Dementorentränen, Schluckegeln, Trollaugen und Kardiobaseln so manch zauberhafter Trank gemischt. Als der Professor der Meinung war, dass seine Schüler genug Erfahrung gesammelt hatten, wurde ein Schutztrank gebraut und vergossen um den fehlenden Schutz auszugleichen.

Jedes Haus sollte die Möglichkeit haben stolz die eigenen Farben präsentieren zu können. Während also die kreativen Köpfe mit eifrigen Händen die Hausbanner malten, wurden die Tapfersten und Stärksten der Truppe dazu aufgerufen ein kompliziertes Gebilde aus Stämmen, Seilen und allerlerlei Knoten zu errichten um die Flaggen hissen zu können. Zur gleichen Zeit begannen bereits fleißige Helfer mit den Vorbereitungen für das bald darauf anstehende Quidditch-Turnier.

Einen Nimbus 2000 konnten sich nur die wohlhabendsten der Kinder leisten, sodass auch hier wieder handwerkliches Geschick gefragt war. Also zog Madam Hooch mit der Gruppe freudig springender Kinder los um Utensilien für eine Vielzahl von fliegenden Besen zu sammeln. Nach der Wiederkehr der kleinen und großen Bastler wurden aus Reisig und geschmeidigen Stöcken flugtaugliche Feger, die jedem Standard-Besen vom Band die Show stahlen. Ein paar Flugstunden später war dann auch jeder Schüler bereit emporzusteigen und wagemutig die Ehre seines Hauses zu verteidigen. Doch bis zum großen Event galt es sich noch etwas zu gedulden, denn als nächstes stand Muggelkunde auf dem Lehrplan.

Erstaunt blinzelten die vielen Kinderaugen, als sie die vielen ungewöhnlichen Dinge sahen, die sie in der sogenannten Autostadt, einer Art Tempel der Technik und kraftgetriebenen Fortbewegung für Muggel, sahen. Wer wollte und aufgrund seines Alters nicht aussortiert wurde konnte einen Schein machen um elektrifizierte Karren steuern zu dürfen. Andere vergnügten sich auf Trampolinen oder Tretbooten und genossen dabei die wärmenden Strahlen der Sommersonne. Um auch die musikalischen Eigenheiten der nicht-zaubernden Gesellschaft kennenzulernen, blieb ein Teil der Schülerschaft für das am Abend anstehende Konzert der Revolverhelden. Dabei wurde ein paar Auserwählten sogar die Gelegenheit gegeben auf die Bühne zu steigen und zusammen mit dem Musikervolk die Menge zum Brodeln zu bringen. Da hätte nicht einmal Professor Snape die Beine stillhalten können.

Die Wahrsagerei ist eine viel zu oft belächelte Kunst, weist sie doch dem ein oder anderen zuverlässig einen Weg in die Zukunft. Vor der Aufgabe in den Junghexen und –zauberern Interesse am Wahrsagen zu wecken stand nun Lehrerin Trelawney. Den Vorgaben des Zaubereiministeriums folgend lehrte sie die Schüler das Lesen von Kaffeesatz. Zum Erschrecken aller Beteiligten sah sie plötzlich ein ungeheures Grauen in einem ihr vorgesetzten Teller, dass sie unerwartet in Bewusstlosigkeit nach hinten sinken ließ. Um ihre Vitalwerte zu überprüfen und zur sicheren Genesung wurde Sie deshalb zu Madam Pomfrey in den Krankenflügel gebracht. Dieser kleine Zwischenfall sollte allerdings nicht die Vorbereitungen auf den am Abend anstehenden Ball ins Wanken bringen. Auch Regenschauer und tosende Winde brachten dem Tatendrang der Organisatoren keinen Abbruch, sodass zu später Stunde allerlei Leckerei verspeist und das Tanzbein geschwungen werden konnte.

Groß war die Freude als endlich für das lang angekündigte Quidditchturnier auf die Besen gerufen wurde. Pfeifenden Klatschern zum Trotz sausten die mutigen Flieger über das Feld um einen Punkt nach dem anderen zu erzielen. Auch der kleinste und wendigste Ball, der goldene Schnatz, wurde zwischendurch geschnappt, damit ein glücklicher Sucher ihn stolz präsentieren konnte. Am Ende schritten die Spieler aus dem Haus Gryffindor als Sieger vom Platz um sich feiern zu lassen.

Als hätte es nicht bereits genug Schrecken während des Schuljahres gegeben, fiel der Schulleiter Professor Dumbledore einem Giftanschlag zum Opfer und daraufhin in einen totenähnlichen Schlaf. Ihn zu retten zogen die Schüler unter Aufsicht ihrer Hauslehrer durch den verbotenen Wald bei Nacht, um Zutaten für einen Heiltrank zu sammeln. Dabei begegneten sie neben hilfsbereiten Greisen auch allerlei Gruselgestalt, während sie den Irrlichtern durch das Dunkel der Bäume folgten. Zum Schluss waren alle Hindernisse und Hürden überwunden, sodass Professor Snape aus den gesammelten Gaben widerliches Gebräu zusammenbraute, bei dem es selbst einem Troll die Zehnägel aufgerollt hätte. Dennoch gelang es mit Hilfe des Tranks den geliebten Schulleiter wieder unter die Wachenden zu bringen. Zu geschwächt um über die Geschehnisse und seine schlimmsten Vermuten zu sprechen, musste Dumbledore allerdings zunächst ruhen.

Wieder zu Kräften gekommen stellte Professor Dumbledore am nächsten Morgen den Dieb des Steins der Weisen bloß: Professor Toh Fuh hatte aufgrund der geringen Aufmerksamkeit, die man seinem Fach, der Muggelkunde, geschenkt hatte, den Stein entwendet. Als der Tunichgut versuchte zu fliehen, brachte der Schulleiter ihn mit einem gezielten „Petrificus Totalus“ zu Fall. Da sich Toh Fuh bei dem Sturz eine schwere Kopfverletzung zuzog, verlor er nicht nur sein Gedächtnis sondern auch die Bosheit aus seinem Geiste. Das entwendete Relikt konnte im Anschluss sicher geborgen und erneut in die sichere Verwahrung von Professor Dumbledore gegeben werden.

Nach einem langen und aufregenden Schuljahr kehrten wenig später die jungen Zauberschüler zurück in die Heimat um bei Ihrer Heimkehr mit der Insignie ihrer Zunft, dem Zaubergorg, beschenkt zu werden. Ende aus Micky Maus!

 

Text: Fabian – Leiter

 

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